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Lenkwinkelsensor
Lenkwinkelsensor





Lenkwinkelsensor: Aufbau, Funktion und wie man Defekte erkennt
Ein Lenkwinkelsensor, auch Lenkradwinkelsensor genannt, misst den Einschlagwinkel des Lenkrades. Der ermittelte Wert wird im Rahmen der Fahrdynamikregelung benötigt. So kann das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) die Intention des Fahrers mit den physikalischen Gesetzmäßigkeiten in Einklang bringen und ein unkontrolliertes Ausbrechen des Autos verhindern. Der Lenkradwinkelsensor wird in der Lenksäule verbaut und kann technisch durch optische, magnetische oder Widerstandssensoren realisiert werden. Je nach Bauart werden noch absolut messende Sensoren und Induktivsensoren unterschieden, die den Einschlagwinkel als Abweichung zu einem Fixpunkt messen. Der Sensor muss natürlich beim Einbau durch die Werkstatt kalibriert werden.

Aufbau und Funktion des Lenkwinkelsensors
Der Lenkwinkelsensor befindet sich in einem Metall- oder Kunststoffgehäuse. Er ist drehbar gelagert, in der Regel magnetisch und mit dem Lenkrad verbunden. Automatisch fungiert er als „Kern“, um den herum sich eine oder mehrere stromdurchflossene Spulen befinden. Da er die Lenkradbewegung automatisch mitmacht, verändert sich auch der Stromfluss innerhalb der Spulen. Dadurch entsteht ein Signal, das die Steuergeräte entsprechend verarbeiten. Auf diese Weise lässt sich der Lenkwinkel, der Einschlag des Lenkrads, bestimmen.
In gewisser Weise versteht das Fahrzeug die Absichten des Fahrers und kann entsprechend reagieren. Möglicherweise kommt es zu einzelnen Bremsungen oder zur Korrektur des Lenkradeinschlags. Das ist auch für andere Fahrzeugfunktionen nützlich. Neben dem ESP Antiblockiersystem (ABS) davon. Durch das ABS lässt sich ein Fahrzeug auch bei einer Vollbremsung noch lenken, weil die Räder nicht blockieren. Der Ausfall des Lenkwinkelsensors beeinträchtigt diese und andere Assistenzsysteme, sodass die Fahrsicherheit abnimmt.
Woran lässt sich ein defekter Lenkwinkelsensor erkennen?
- Möglicherweise leuchten die Kontrollleuchten des ESP oder ABS am Armaturenbrett auf. Der defekte Sensor liefert keine verlässlichen Daten mehr, sodass verschiedene Assistenzsysteme nicht mehr funktionieren. Das beeinträchtigt die Fahrsicherheit erheblich.
- Eventuell vibriert oder zittert das Lenkrad stark, was sich bei höherer Geschwindigkeit noch verstärken kann. In einigen Fällen schafft nur das Kalibrieren des Lenkwinkelsensors Abhilfe.
- Es kann auch zu einem Totalausfall der Servolenkung kommen. Darüber hinaus stimmt die Ausrichtung des Lenkrads nicht mehr. Möglicherweise steht das Lenkrad nicht gerade, obwohl das Fahrzeug geradeaus fährt.
- Ein weiteres Symptom ist zu viel Lenkspiel. Das Steuergerät, bzw. der Computer wertet die Daten fehlerhaft aus und gibt zu vielen toten Raum zum Lenken frei. Eine zuverlässige Lenkung ist nicht mehr möglich.
Was sind die Ursachen eines defekten Lenkwinkelsensors?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, warum der Lenkwinkelsensor nicht mehr funktioniert. Nachfolgend hier die häufigsten Ursachen:
- Meist führen Schmutz und Ablagerungen im Sensor zu ungenauen Messungen.
- Weitere Ursachen sind Vibrationen und Stöße, die beispielsweise Unebenheiten auf der Straße verursachen.
- Ein defekter Kabelbaum oder andere elektrische Störungen im Fahrzeug beeinflussen ebenfalls eine exakte Arbeitsweise.
- Außerdem kann übermäßige Hitze, zum Beispiel durch extreme Umgebungstemperaturen oder überhitzte angrenzende Bauteile, dem Sensor schaden.
- Denkbar sind ebenso Herstellungsfehler oder übermäßiger Verschleiß nach langer Nutzung.
Um die Lebensdauer des Lenkwinkelsensors zu erhöhen, sind regelmäßige Kontrollen und Wartungen durchzuführen.
Lenkwinkelsensor kalibrieren, einstellen und anlernen – selbst machen?
Generell sollte abgewogen werden, ob die eigene Erfahrung und der Kenntnisstand ausreichen, um Wartungs- oder Reparaturarbeiten selbst durchzuführen. Das sollte beachtet werden:
Bereits nach einer Neueinstellung der Spur (Achsgeometrie), ist oft eine neue Kalibrierung des Lenkwinkelsensors erforderlich. Den Lenkwinkelsensor anlernen bedeutet, dass er die neue Nullstellung (Geradeausstellung) des Lenkrads wieder registrieren muss. Das betrifft eventuell auch das separate Anlernen des Lenkanschlags.
Abhängig vom Fahrzeughersteller und dem jeweiligen Modell existieren unterschiedliche Verfahrensweisen, um den Lenkwinkelsensor zu kalibrieren. Manche Varianten kalibrieren sich selbst und lernen sich während der Fahrt selbstständig an. Andere Lenkradwinkelsensoren lassen sich im Stand bei laufendem Motor anlernen.
Manche Fahrzeugmodelle benötigen ein Diagnosegerät oder einen Tester, um den Lenkwinkelsensor zu kalibrieren, einzustellen oder anzulernen. Die Verwendung eines Testers ist dennoch immer zu empfehlen, er dient zur Überprüfung. Die Sensorwerte lassen sich auf Ihre Plausibilität und den Fehlerspeicher auf Fehlercode-Einträge überprüfen. Durch die Kalibrierung können Fehler entstanden sein.
Lenkwinkelsensor selbst austauschen?
Ein Austauschvorgang erfordert das Entfernen zahlreicher Bauteile, unter anderem auch der Lenksäule. Daher sollte gut abgewogen werden, ob die Fachkenntnisse dafür ausreichen, um den Austausch des Lenkwinkelsensors selbst vornehmen zu können. Eine erneute Montage erfordert möglicherweise eine Neujustierung einiger Komponenten. Andernfalls ist gegebenenfalls die Funktion beeinträchtigt. Es kann auch ein Bauteil komplett ausfallen. Beispielsweise bei einer falschen Radposition oder einem plötzlichen Ausschalten der Batterie. Auf jeden Fall muss neu kalibriert werden.
Um gefährliche Straßensituationen zu vermeiden, ist eine regelmäßige, zeitnahe Überprüfung und Reparatur ratsam.
Worauf ist beim Kauf zu achten?
Es gibt sehr viele unterschiedliche Lenkradwinkelsensoren. Beim Kauf achtet man am besten darauf, dass er speziell zum Fahrzeug passt. Dafür sind die Daten in der Fahrzeugzulassung, bzw. des Kfz-Scheins maßgebend. Bei „Zu 2“ findet sich die Herstellerschlüsselnummer (HSN), unter „Zu 3“ die Typschlüsselnummer (TSN).